Wie kann ich in einer Zwickmühle souverän entscheiden?

Der Campus Letter als PDF-Datei

Kennen Sie das? Eine Situation ist komplex, kompliziert und in meiner Verantwortung. Wie soll ich da auch unter hohem Druck schnell und gut entscheiden? Nehmen Sie dafür einfach unser Coaching Tool in die Hand:

Die drei ethischen Prinzipien!

„Wie kann ich mein Handeln als gutes Handeln ausweisen?“

Diese Frage sollen die drei ethischen Prinzipien beantworten. Habe ich diese auf mein Handeln angewandt, kann ich dafür vor mir selbst und vor anderen einstehen.

Die drei Prinzipen lauten:
1. Nutzenprinzip
„Handle stets so, dass du einen möglichst großen Nutzen für möglichst viele Menschen schaffst!“

2. Verantwortungsprinzip
„Handle stets so, dass du die Folgen und Nebenfolgen im Blick hast!“

3. Gesinnungsprinzip
„Handle stets aus reiner Gesinnung!“

Zum Nutzenprinzip
Um mir dieses Prinzip zu veranschaulichen, kann ich mir die verschiedenen Beteiligten, als einfache Figur mit Namen, am Flipchart oder auf einem Blatt Papier aufzeichnen. Im Anschluss daran kann ich mir, mit einer Punkteskala von -10 (großer Schaden) bis +10 (großer Nutzen), aufschreiben wer welchen Nutzen haben wird, wenn ich:
a) gar nicht handle,
b) dies eine tue oder
c) das andere tue.

Beispiel:
Wie verändert sich der Nutzen für die Beteiligten, wenn ich vor Gericht aussage – und was passiert bei wem, wenn ich die Aussage ändere?
Option a: Ich sage nicht aus. Dadurch ergibt sich auf der Skala für die Beteiligten folgender Nutzen:
Für Herrn Meier ergibt sich auf der Nutzenskala der Wert -2 und für Frau Müller +5. Dadurch entsteht die Summe von +3 als Gesamtnutzen. Dieses Prinzip wende ich ebenso auf Option b und c an, wodurch sich herausstellt, dass der Gesamtnutzen bei Option b am größten ist.

Zum Verantwortungsprinzip
Welche Folgen und Nebenfolgen hat mein Handeln? Wer könnte außer den Beteiligten noch betroffen sein? Welcher Nutzen oder Schaden entsteht? Auch dies kann ich aufschreiben und bewerten.

Zum Gesinnungsprinzip
Was ist meine Gesinnung? Will ich wirklich das Gute für die Umwelt, für meine Mitmenschen und für mich selbst? Welche Werte verwirkliche ich durch mein Tun? Z. B.: Unterstützung, Ehrlichkeit, Klarheit, Entwicklung usw. Das Notieren schafft mir hier ebenfalls Klarheit.

Haben Sie diese Schritte durchlaufen, können Sie mit klarem Blick und Zufriedenheit morgens beim Zähneputzen in den Spiegel schauen!

Und sollten Sie im Nachhinein angesprochen werden: „Warum hast du das gemacht?“ oder „Das geht doch so nicht!“, dann wissen Sie:
1. Ich habe den maximalen Nutzen für möglichst viele schaffen wollen.
2. Ich habe die Folgen und Nebenfolgen geprüft.
3. Ich habe eine reine Gesinnung!

Dadurch entsteht die Klarheit, durch die ich vor mir selbst und vor anderen für mein Handeln einstehen kann.

Falls sich im Nachhinein zeigt, dass es doch anders kommt als gedacht, weil z. B. verschiedene Nutzen nicht eingetreten sind, oder es Nebenfolgen gibt, die Sie nicht bedacht haben, dann sollten Sie sich bewusst machen:

Unvollkommenheit ist menschlich.