Eine Absolventin erzählt – Die Ausbildung zum Pflege- und Sozialcoach im Rückblick

Der Campus Letter als PDF-Datei

Markus Classen: Ich habe 2007 die Ausbildung zum Pflege- und Sozialcoach initiiert. Seitdem bieten wir im Coachingbüro die bundesweit einzige Coachingausbildung für die Pflege an.

2013 war Christiane Hüer eine von den Absolventen. 5 Jahre später habe ich mich mit ihr über ihre Erfahrungen mit der Ausbildung zum Pflege- und Sozialcoach ausgetauscht.

Christiane, erzähl einmal etwas zu Deiner Person.

Mein Name ist Christiane Hüer, ich bin 47 Jahre alt und wohne in Bawinkel (Kreis Emsland/ Niedersachsen). Ich habe von 1989 – 1992 meine Ausbildung zur Krankenschwester im St. Bonifatius Hospital Lingen (Ems) absolviert und bin anschließend als Krankenschwester auf einer internistischen Station im St. Franziskus – Hospital in Münster angefangen. 1996 wurde ich stv. Stationsleiterin und ab dem April 1999 Stationsleiterin einer kardiologischen Station. Diese Tätigkeit habe ich bis April 2004 ausgeübt. Danach habe ich zunächst als Pflegedienstleiterin im Hospiz in Emsdetten – später dann als Gesamtleitung des Hospizes bis zum September 2017 gearbeitet. Im Januar 2011 allerdings habe ich die Diagnose akute Leukämie erhalten. Im September 2010 habe ich noch beim Staffelmarathon die 10 km gelaufen. Da war ich noch völlig gesund. Nach Chemos und der Stammzelltransplantation im April 2011 habe ich mich gut erholen können. Im April 2012 bin ich erfolgreich wiedereingegliedert worden und hatte bis zum Spätrezidiv im Oktober 2015 eine gute Zeit. Es folgten dann wieder Chemos und eine erneute Stammzelltransplantation. Ich hatte nochmal das Glück einen geeigneten Spender zu finden. Dieses Mal war es ein Fremdspender. Den durfte ich jetzt nach über 2 Jahren im April 2018 kennenlernen. Das war für mich ein sehr emotionaler Moment. Leider habe ich durch die Hochdosischemotherapie und den bereits vorgeschädigten Nerven – vorwiegend in den Unterschenkeln – mein selbstständiges Gehen verloren. Ich habe mich vom Rollstuhl jetzt wieder an den Rollator und an den Gehstock „hochgearbeitet“. Da ich diesbezüglich schwer beeinträchtigt bin, wurde ich berentet.

Was für eine Geschichte! Ich bewundere Deinen Kampfgeist. Nun hast Du Dich nach der ersten Diagnose für die Coachingausbildung entschieden.
Was war in dieser Zeit ausschlaggebend dafür, dass Du Dich für die Ausbildung zum Pflege- und Sozialcoach entschieden hast?

Ich durfte über viele Jahre, die ich als Hospizleiterin tätig war, Dich, Markus Classen, als Coach in verschiedenen Bereichen und auch meinem damaligen Team kennenlernen. Das war immer sehr eindrucksvoll für mich und somit habe ich mich dann 2013 dafür entschieden, auch mit der Motivation von Dir, die Ausbildung zum Pflege- und Sozialcoach zu absolvieren.

Welche Erfahrungen hast Du während der Ausbildung machen dürfen? Was hast Du gelernt?

Meine Erfahrungen waren sehr positiv. Die Inhalte der Ausbildung waren immer professionell sehr gut vorbereitet, ebenso der Ausbildungsort. Ich habe für mich viele Dinge für meine berufliche Tätigkeit, als auch als Privatperson, mitnehmen dürfen. Besonders prägend für mich waren Inhalte zur Kommunikation und das Wertemodell. Auch heute ist es ein bedeutender Bestandteil in meinem Privatleben, auch wenn ich diesbezüglich Grenzen erfahre.

Was hat sich bei Dir durch das Gelernte, schon während der Ausbildungszeit im Umgang mit Mitmenschen/im Beruf und Alltag geändert?

Ich habe mir immer sehr viel mehr Gedanken zu Gesprächen in der Kommunikation mit meinen damaligen Mitarbeitern gemacht. Besonders in vorbereiteten Gesprächen, wie Zielvereinbarungsgespräche usw.. Zudem habe ich sehr viel mehr Wert auf die „Ich Sprache“ gelegt. Und auch die Selbstfürsorge, nicht nur durch die erste Leukämieerkrankung, wurde sehr wichtig für mich.

Deine Coachingausbildung ist jetzt 5 Jahre her, was ist auch heute noch anders als vor Deiner Ausbildung?

Die Art der Kommunikation. Auch wenn ich heute nicht mehr im Berufsleben stehe, gehe ich viel überlegter in Gespräche. Wenngleich ich nicht alle Themen verinnerlichen konnte, gelingt mir jedoch heute früher, meine Defizite zu erkennen und zu reflektieren. Und es hat auch heute noch einen hohen Lernwert. Zudem habe ich auch immer wieder die Möglichkeit Themen nachzulesen. Des Weiteren habe ich, nicht nur durch die Ausbildung, sondern auch durch die Schwere meiner Erkrankung viel dazu gelernt. Besonders im „Wertebereich“.

Für wen eignet sich die Coachingausbildung aus Deiner Sicht ganz besonders?

Nach meiner Meinung für alle Mitmenschen die mit „Führung“ von Menschen zu tun haben und für die, dessen Thema „Kommunikation“ ist und für die, die sich mit Werten und auch ihren Werten auseinandersetzen möchten.

Was würdest Du jemanden, der sich für die Coachingausbildung interessiert, mit auf den Weg geben?

Auf jeden Fall Lernbereitschaft und Reflektionsfähigkeit. Und die „Latte“ nicht zu hoch hängen. Im Coachingbüro arbeiten Profis die täglich in diesem Bereich arbeiten.

Was möchtest Du den Lesern sonst noch mitteilen?

Es ist eine sehr umfangreiche Ausbildung, nicht nur die einzelnen Themen, sondern auch für die eigene Persönlichkeit. Und es ist ein immer laufender Prozess. Ich hätte gerne weiter daran gearbeitet; es sollte jedoch anders kommen. Daher nur Mut!

Vielen Dank Christiane, dass Du so offen über Deinen Lebensweg und Deine Erfahrungen mit der Ausbildung berichtet hast. Für Deine Zukunft wünsche ich Dir alles Gute und bis bald!

Broschüre Pflege- und Sozialcoach

Ihr Interesse an der Ausbildung zum Pflege- und Sozialcoach wurde geweckt?

Dann schauen Sie sich das Video „Wie kann ich als Pflege- und Sozialcoach erfüllter leben und arbeiten?!“ an. Hier gebe ich einen Überblick über Themen, Inhalte und den Mehrwert der Ausbildung zum Pflege- und Sozialcoach.

Am 22.08.2018 bieten wir für alle Interessenten einen Schnuppertag bei uns an!

Anmelden können Sie sich dazu telefonisch unter der 02506 30 33 200 oder Sie folgen ganz bequem unten dem Button.