Imagination – Campus Letter 2/2019

Imagination

Der Campus Letter 2/2019 als PDF

Bereichsleitung Marcus Dangel erzählt: „Der Campus Pflege und wie ich dahin gekommen bin. Coaching ist ein gezielter Veränderungsprozess.“

„Tag der Pflege“ im Klinikum Westfalen

Es war an einem sonnigen Tag im September, als das Klinikum Westfalen einen Tag für die Pflege und die Mitarbeitenden ausgerichtet hat. Markus Classen vom Campus Pflege, dem Angebot der Coachingbüro Sinn Meets Management GmbH, war als externer Kooperationspartner beim Tag der Pflege dabei.

Die Themenschwerpunkte während eines Battle of Arguments waren

  • die politische Diskussion,
  • die Frage, ob die Pflege akademisierte Pflegekräfte braucht, und
  • wie diese in der Zukunft eingesetzt werden sollen.

Des Weiteren wurde das hochpolitische Thema Pflegekammer von mir durchleuchtet, und den Anwesenden nahegebracht.

Mit Markus kam ich am Rande der Veranstaltung ins Gespräch, wir tauschten uns aus und waren uns gleich sympathisch. Noch an diesem Tag lud mich Markus zum Campus Pflege nach Münster ein, damit wir uns näher kennen lernen können. Ein Termin musste auf beiden Seiten erst mal gefunden werden. Es war dann ganz schön: im Advent.

Wiedersehen beim Campus Pflege in Münster

Der Tag im Advent stand nun vor der Tür, und ich machte mich an diesem Nachmittag auf den Weg Richtung Münster zum Campus Pflege.

Nach gut einer Stunde Fahrt, und zweimaligem Verfahren hat mich mein Navi dann zu der vereinbarten Adresse gebracht. Hätte man mich zu diesem Zeitpunkt nach meinen persönlichen Erwartungen zu dem Treffen gefragt, ich hätte keine genauen nennen können. Ich war schon neugierig, was mich erwarten würde, aber konkrete Vorstellungen oder Anforderungen hatte ich nicht.

„Als ich in die Räumlichkeiten vom Campus Pflege kam, hatte ich gleich den Eindruck, dass hier eine sehr harmonische Atmosphäre herrscht."
Marcus Dangel - Campus Pflege
Marcus Dangel
Bereichsleitung Pflege im Klinikum Westfalen

Angekommen in Münster

Als ich in die Räumlichkeiten kam, hatte ich gleich den Eindruck, dass hier eine sehr harmonische Atmosphäre herrscht. Ich wurde sehr freundlich begrüßt, und wurde an den Tresen gebeten an dem schon zwei Personen saßen.

Markus Classen stellte uns kurz gegenseitig vor, und danach kamen wir schnell in eine angeregte Diskussion über verschiedene Themen, die die Pflegewelt im Moment bewegen.

Peter, ein junger Mann, der am Tresen saß, hatte ein Einzelcoaching von seinem Freund geschenkt bekommen.

Peter hat sich für das Einzelcoaching Markus Classen ausgesucht. Zu meiner persönlichen Überraschung durfte ich an diesem Einzelcoaching teilnehmen, mir den gesamten Presses anschauen. Ich war in diesem Moment etwas aufgeregt, und habe mich sehr gefreut, dass Peter mich zu seinem Coaching als stiller Zuhörer eingeladen hat.

Coaching – ein gezielter Veränderungsprozess!

Wir saßen zu dritt in einem Raum, der eine warme wohlige Atmosphäre ausstrahlte und uns eine Situation des Vertrauens schenkte.
Peter schilderte seine persönliche und berufliche Situation. Er sei geschieden und arbeite als Leitung einer Funktionseinheit.
Peter hat immer die Kontrolle, hat alles immer im Griff, ist immer 150%ig unterwegs, entscheidet nichts aus dem Bauch, überlegt die Entscheidungen genau, wägt ab, verwirft und entscheidet neu. Für Peter ist es wichtig, alles genau zu verstehen und zu analysieren. Alles exakt und mehrmals zu hinterfragen.

Strukturelle Veränderung und persönliche Belastung

Vor einem Jahr wurde seine Abteilung von einer Klinik in eine andere verlegt, zudem änderte sich damit auch das Vorgesetztenverhältnis. War er in der alten Klinik dem ärztlichen Personal unterstellt, ist es jetzt in der neuen Klinik der Pflegedirektion unterstellt.

„Dann hat Markus sichergestellt, dass das Gehörte und Gemeinte übereinstimmen – mit dem sokratischen Dialog."
Marcus Dangel - Campus Pflege
Marcus Dangel
Bereichsleitung Pflege im Klinikum Westfalen

Während des Coachings wurden von Markus zunächst Sach- und Verständnisfragen geklärt. Dann hat er sichergestellt, dass das Gehörte und Gemeinte übereinstimmen. Diese bestimmte Kommunikationstechnik heißt – wie ich erfahren durfte – sokratischer Dialog. Sehr spannend 🙂

Beruflich ist Peter bis vor einem Jahr zufrieden gewesen, dann gab es eine Fusion von zwei Krankenhäusern und die hierarchischen Strukturen haben sich grundlegend verändert.
Peter erkläre im weiteren Verlauf dass er mit Überraschungen im Arbeitsprozess und in seinem persönlichen Alltag nur schwer klar kommt, und die Verlegung der Abteilung von einer Klinik in die andere würde ihm eine hohe Belastung abverlangen, da er viel mit Überraschungen (neue Prozesse, Arbeitsabläufe, andere Strukturen etc.) im Arbeitsalltag konfrontiert wird.

Imagination und innere Bilder

Herr Classen interveniert als Coach, erläutert Peter, dass Überraschungen auch

  • zu neuen inneren Bildern werden können,
  • diese zu neuen Inspirationen verhelfen können.
  • Daraus könnten neue Sichtweisen auf das Leben entstehen, und
  • die eigene Umwelt und das eigene Handeln können offener wahrgenommen werden und
  • Listenelement
  • Belastungen sind damit einfacher zu bewältigen.

Hier hilft die Imagination (das bildhafte Denken, die Fantasie). Ganz nach dem Motto:

„Heute bin ich mal überrascht, als würde ich ein Ü-Ei vor mir liegen haben, welches meine Fantasie anregt.“

Bei der Imagination werden innere Bilder angelegt, wie Ü-Eier in einer Vitrine, die abrufbar sind für die verschiedenen Überraschungsmomente.

Aus dieser Position habe ich die Dinge noch nie betrachtet: Dass ein Überraschungsmoment auch seine positiven Seiten haben kann.

Mein Fazit

Was mich sehr beeindruckte und mich selbst nachdenklich gemacht hat, war die Interaktion zwischen Peter und dem Coach. An den richtigen Stellen die richtigen Kommunikationstechniken anzuwenden, dabei eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, und immer das Gespräch auf Augenhöhe zu führen.

Was ich erstaunlich und zugleich als faszinierend empfunden habe, war die Anwendung der Imaginationstechnik, um eine andere Sicht auf die Dinge zu zulassen. Hier das innere Bild eines Ü-Eis aufzunehmen und die dazugehörigen Überraschungsmomente damit in Verbindung zu bringen und einen anderen Modus zu erzielen.

Zu erleben welche Wirkung diese Technik haben kann, stärkt mich in meiner eigenen Kommunikation, und hilft mir meine Kommunikation und die damit verbundenen Techniken bewusster anzuwenden.

Abschließend bleibt nur zu sagen: Für mich war der gesamte Nachmittag eine tolle Erfahrung.

„Aus dieser Position habe ich die Dinge noch nie betrachtet: Dass ein Überraschungsmoment auch seine positiven Seiten haben kann."
Marcus Dangel - Campus Pflege
Marcus Dangel
Bereichsleitung Pflege im Klinikum Westfalen

Marcus Dangel hat auch an unserem Campus Pflege Netzwerktag am 9.2. teilgenommen. Unter anderem wurde zum Thema Ausfallmanagement referiert. Unsere Teilnehmenden tauschten sich außerdem aus über die Führungsaufgaben und Teamentwicklung bei zusammengelegten Stationen.

Der nächste Campus Pflege Netzwerktag findet statt am 27. April. Die Themen sind:

  • Implementierung Aromatherapie in der Pflege
  • Leitbild-Umsetzung

Melden Sie sich jetzt für den nächsten Campus Pflege Netzwerktag an: