Was ist passiert auf dem Kongress 2018 – eine Nachlese

Der Campus Letter als PDF-Datei

Stimmen der Teilnehmer
Auf dem Kongress erhielt ich Bestätigung und Stärkung für meine Einschätzungen und Sichtweisen des Pflegemanagements! Ich bekam Impulse und bildete mich durch die Vorträge weiter. Der positive Umgang mit der Generation „Y“ hat mir sehr viel gebracht. Immer wieder wurde mir auf sehr charmante Weise klar gemacht, dass wir umdenken müssen.
Der Kongress bot viel neues an Angeboten für Fortbildung, Führungskräfteentwicklung und Digitalisierung – das ist super!
Hier kam ich in Kontakt zur nächsten Generation – junge Pflege braucht das Land! Ich bin froh, alle Hebel in Bewegung gesetzt zu haben, um trotz Sturm zum Kongress zu kommen.

Austausch & Vernetzung
Springerpool
Zwei Pflegedirektorinnen erweitern ihre
Möglichkeiten:

„Du, erzähl doch mal von deinem Springerpool – wie macht ihr das eigentlich?“

„Mit der Zeitarbeit waren wir nicht mehr zufrieden, zu teuer, zu schlechte Arbeit, Unruhe auf den Stationen. Wir haben Stellen ausgeschrieben nur für Springer, die haben dann Lust auf immer Neues, Abwechslung, Abenteuer usw.“

„Bist du denn da noch eingebunden, wenn die gebraucht werden?“

„Nein, nein, das machen die alles selber auf den Stationen – der Springerpool hat einen Ansprechpartner und dort kann angefragt werden“

„Bei uns ist das so, dass jede Station die Bereitschaft anderswo einzuspringen abgefragt hat und nun gibt es überall ‚Joker‘, also Einzelne pro Station, die gern woanders hingehen. Und – was ganz wichtig war – wir haben auch pro Schicht auf der Station einen ‚Welcomer‘ installiert. Sobald also jemand einspringen soll, wird er vom ‚Welcomer‘ herzlich empfangen und erhält eine kurze Checkliste mit allen Wichtigkeiten und Besonderheiten. So ist ein gutes Anlanden in dem fremden Umfeld leichter möglich!“

Coaching-Tipp: Auch Elefanten werden in Scheiben gegessen!
Die Welt ist schneller und komplexer geworden. Kaum noch etwas lässt sich eindimensional betrachten und eindeutig lösen. Hier ist eine große Gefahr: Wer fehlerfrei bleiben und alles gut machen will, fängt gar nicht erst an. Damit begeht er den größten Fehler! Bei allem woran es Not tut: Nach einem ersten Verstehen gilt es anzufangen. Erst im Gehen merke ich, wie das Wetter ist.

Erfahrungen sammeln – besser werden – daran wachsen

Freistellen für Leitung?

Zwei Pflegedirektoren diskutieren
In jedem Haus ist es anders:
• mal sind Leitungen freigestellt,
• mal in die Pflege eingebunden,
oder
• die Leitungszeit wird von oben freigeschaufelt
und
• die Leitungszeit soll sich als Teil der
Führungsaufgabe jede Leitung selbst
reservieren

Der eine sagt:
Unsere Stationsleitungen sollen sich auf die Führungsaufgabe konzentrieren, deshalb sollen sie fachlich keine Ahnung haben.
Der andere sagt:
Unsere Leitungen müssen stets kennen und verstehen, was in der Pflege abläuft, deshalb sind sie hier selbst die Experten.

Reflexionsfrage:
Wie stehe ich dazu? Wäre es nicht ein zugegeben provokativer – aber auch genialer – Schachzug genau diejenigen zur Leitung zu machen, die sich fachlich (also z.B. Stroke Unit, Pneumologie etc) wenig auskennen? Somit ist die Gefahr sehr klein, dass Sätze wie „Ach lass mal, ich mach das eben selber“ von der Leitung, oder „Geh mal zur Leitung, die hilft dir schon“ im Team kursieren.

Nachwuchsförderung
Preisträgerin Sabine Roßius, Mutter von vier Kindern, sagte im Workshop:
„Was ich da in meinem Krankenhaus gemacht habe, das ist das Projekt meines Lebens!“

Da sagte ich: „Hut ab und meine tiefe Verneigung vor so viel Herzblut!“

„Wie haben Sie denn die Preisverleihung
gestern abend erlebt?“

Antwort einer Nominierten: „Es war so schön, mal direkt mit all den Pflege-Promis in Kontakt zu kommen. Menschen, zu denen wir sonst aufschauen, die wir nur aus dem Internet kennen und von Fotos. So viel Wertschätzung und Aufmerksamkeit – das ließe sich mit Geld gar nicht bezahlen!“

Wie gut und wertvoll ist es da, dass der BV Pflege-management dieses Förder-Konzept für die nächste Generation Pflegemanagement aufgebaut hat!

Das psychologische Drama und die kopernikanische Wende
Für mich als Coach ist noch Folgendes wichtig:
Bei allen Diskussionen (um Personaluntergrenzen, Pflegeberufegesetz, Pflegebedürftigkeitsgesetz, etc.), neben dem Blick auf Kostenträger, Politik und das Gesundheitswesen insgesamt, unterliegen wir einem psychologischen Drama: 

Wir fokussieren uns auf das, was uns fehlt und darauf, was andere für uns tun müssten und finden viele gute Gründe, warum es nicht klappen wird. So ergab sich am Stehtisch ein Gespräch mit einer Schulleitung:
„Meine Lehrer laufen mir davon, weil wir unter Tarif bezahlen … und das geht doch nicht, wie können meine Chefs so etwas entscheiden“
„in anderen Häusern machen die das …“
„… bei uns geht das aber nicht“

Hier braucht es eine kopernikanische Wende:

„Wo ist mein Freiraum als Schulleitung?“ – „Was kann ich tun? Was liegt in meiner Macht?“

So entsteht neues Denken: „Ich kann mal mit den motiviertesten, fittesten Kollegen sprechen.“

Daraufhin frage ich: „Was hält dich eigentlich hier? Was gefällt dir? Und – was fehlt dir?“

Und wenn dann das psychologische Drama wieder auftritt („Geld – aber die da oben geben ja keins“) wendet die Schulleitung diese Coaching-Frage an:
„Was können wir tun, damit wir uns hier wohler fühlen und auch mit weniger Geld einfach mehr Freude an der Arbeit haben?“

Hier kommt dann:
• Wenn mich Schüler ärgern, habe ich Rückhalt
• Kollegen geben mir gut Feedback zu meinem Unterricht
• unser Lehrerzimmer ist gemütlich (mit reihum selbst mitgebrachten Blumen und Obst)
• die Parkplätze sind direkt am Haus usw.